Chronik 1921-2021

100 Jahre Wanderheim Leutratal

Im Jahr 2021 begeht das Wanderheim Leutratal sein 100-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass zeigen wir hier eine Chronik über die bewegte Vergangenheit des Hauses im idyllischen Leutratal. Wir hoffen die wichtigsten Stationen genannt zu haben. Falls wir etwas vergessen haben oder Sie eine schöne Anekdote oder historische Bilder vom Haus haben, lassen Sie es uns wissen. Hier finden Sie unseren Kontakt.

 

Die Wanderhütte im Leutratal wurde vom Touristen- und Wintersportverein Jena errichtet. Hier im Winter 1924/1925.
Die Wanderhütte im Leutratal wurde vom Touristen- und Wintersportverein Jena errichtet. Hier im Winter 1924/1925.

1921-1923

Das Wanderheim Leutratal wurde in drei Jahren durch Mitglieder des Jenaer Touristen- und Wintersportvereins als Steinhütte mit Fachwerkaufbau errichtet. Das Baumaterial stammte dabei aus einem vor Ort angelegten Steinbruch.


1928

Die Hütte wurde bald zu klein und um ein Stockwerk erhöht. Auch wurde ein kleines Schwimmbad angelegt, welches mit Leutrawasser gespeist wurde.


1933

Der Verein wird von den Nationalsozialisten verboten und enteignet.


1937

Ein 141,5 Hektar großes Gebiet des heutigen Naturschutzgebietes, welches direkt ans Haus grenzt, wurde einstweilig gesichert und 1961 endgültig als NSG „Leutratal“ ausgewiesen. Im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes „Orchideenregion Jena – Muschelkalkhänge im Mittleren Saaletal“ wurden 2007 weitere 441,4 Hektar unter Schutz gestellt und mit dem heutigen Namen „Leutratal und Cospoth“ versehen.


1939

Die Autobahntrasse zwischen Weimar und Jena-Lobeda entlang des Leutratals wird am 18. August freigegeben. Baustart war 1937. Aus der idyllisch gelegenen Hütte wird ein Haus an einer Hauptverkehrsachse und damit die Nutzung eingeschränkt.


1945

Der vor dem Verbot durch die Nationalsozialisten bestehende Verein "Touristen- und Wintersportverein Jena" mit der Wanderhütte Leutratal durfte sich nach dem Krieg nicht neu gründen. Durch Mitglieder des Vereins wurden 1945 Anstrengungen unternommen die vom Verfall bedrohte Wanderhütte wieder in Besitz zu nehmen. Nach einigen vergeblichen Versuchen fand die Gruppe Unterstützung und Aufnahme in der damaligen BSG Motor Schott Jena.

 


Zu DDR-Zeiten fanden am Wanderheim im Leutratal unter anderem Kinderferienlager und Wandertreffen statt. © Preuß
Zu DDR-Zeiten fanden am Wanderheim im Leutratal unter anderem Kinderferienlager und Wandertreffen statt. © Preuß

1947

Das Haus wurde an SCHOTT Jenaer Glaswerk überschrieben mit der Maßgabe, dieses als Wanderstützpunkt für den damaligen Wander- und Wintersportverein des Betriebes zu nutzen. Ehemalige Vereinsmitglieder, unterstützt durch den Rat der Stadt Jena, machten die Hütte wieder nutzungsfähig. Damit konnten Kinderfeste und Wandertreffen durchgeführt werden.


1951

Das erste Kinderferienlager der Firma SCHOTT an der Wanderhütte wird durchgeführt. 2 Wochen lang konnten Kinder hier die Natur beim Wandern und Baden genießen.


1990-2009

SCHOTT vermietet das Wanderheim an die NaturFreunde Deutschlands - Ortsgruppe Jena

 


Das NaturErlebnisHaus Leutratal erfreut sich großer Beliebtheit bei Naturbegeisterten, Wanderfreunden, Erholungssuchenden uva. © Daniel Werner
Das NaturErlebnisHaus Leutratal erfreut sich großer Beliebtheit bei Naturbegeisterten, Wanderfreunden, Erholungssuchenden uva. © Daniel Werner

2010

Die NaturFreunde geben die Wanderhütte ab und als neuer Mieter tritt der NABU Thüringen ein. Genutzt wird das Haus seitdem von der Naturschutzjugend, der Kinder- und Jugendorganisation des NABU. Das für die Jugendverbandsarbeit genutze Objekt erhält den Namen "NaturErlebnisHaus Leutratal".


2012

Für den Bau eines Fledermausquartiers im Dachboden erhält das Haus die Plakette "Fledermausfreundlich" von der Koordinierungsstelle für Fledermausschutz in Thüringen verliehen. Seit 2011 nutzt die Kleine Hufeisennase, eine gefährdete Fledermausart, das Quartier im Sommerhalbjahr.


2015

Rückbau der Bundesautobahn A4 auf Höhe des Wanderheims. Ab nun kann hier das idyllische Leutratal wieder uneingeschränkt genossen werden.


2017

Kauf des Hauses mit einem Hektar Grundstück durch den NABU Thüringen und Übertragung des Grundstücks an die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe.


2020-2021

Das Haus muss aufgrund der Corona-Pandemie im Frühjahr und Herbst für mehrere Monate schließen.

 


Zum 100. Jubiläum erhält das Haus seine Fensterläden in der obersten Etagen und damit sein ursprüngliches Aussehen wieder. © Daniel Werner
Zum 100. Jubiläum erhält das Haus seine Fensterläden in der obersten Etagen und damit sein ursprüngliches Aussehen wieder. © Daniel Werner

Qellen: Buch "Du mein Jena - Ein Heimat-Almanach aus dem mittleren Saaletal", Chroniken der NaturFreunde Jena und der NAJU Thüringen